Istanbulaustausch 2017— „Freundschaft kennt keine Grenzen“

Samstag, der 28. Oktober 2017: Für alle anderen ein ganz normaler Samstag, für uns jedoch der große Tag: Gegen 9.00 Uhr trafen wir mit typisch deutschem Gebäck,Süßigkeiten und natürlich ganz viel Aufregung beim Flughafen ein und unterhielten uns darüber, was uns diese Woche alles erwarten wird.Als das Flugzeug landete, holten wir das Willkommensplakat und hielten es alle gemeinsam fest. Nach einer kurzen Zeit wurden alle immer aufgeregter, doch so enttäuschend das auch klingen mag: Es war weit und breit noch keiner von den erwarteten Gästen zu sehen :(. Nach einer halben Ewigkeit kamen unsere langersehnten Gäste endlich und plötzlich ging alles ganz schnell. Jeder suchte flüchtig nach dem Gesicht seines Austauschpartners und ging dann auf diesen zu, um ihn zu begrüßen.

Als sich dann alle begrüßt hatten, ging es nachhause, um sich ein wenig zu erholen. Bereits nach einigen Stunden trafen sich jedoch viele wieder in Kleingruppen in der Stadt, damit die Austauschschüler sich schon einmal erste Eindrücke von Hannover machen konnten und um erste Filmaufnahmen zu machen. Ja, du hast richtig gelesen: Filmaufnahmen! Die ganze Woche über war unsere Aufgabe an einem Filmprojekt zum Thema „Alltag in Deutschland — ganz schön cool, ganz schön anders“ zu arbeiten, doch dazu werde ich gleich noch einmal kommen. Durch den langen Stadtbummel waren die meisten am Ende des Tages sehr erschöpft und wollten für den nächsten Tag Kraft tanken.

Gesagt, getan! Mit neuer Kraft starteten wir dann am nächsten Morgen in den Tag und durften unternehmen, was wir wollten.Es gab Ausflüge zur Marienburg, in die Herrenhäuser Gärten, in den Superfly-Trampolinpark, Stadtrundfahrten,Kinobesuche und noch vieles mehr. Es war ein sehr schöner und entspannter Tag.

Am Montag ging es dann so richtig mit dem Programm los.Die Vorfreude war groß, bis wir realisierten, dass wir früh aufstehen und an einem Tag, an dem eigentlich schulfrei ist, ist in die Schule gehen müssen… Im Kunstraum des Schulgebäudes angekommen starteten wir mit einem Frühstücksbuffet und einer Einführung zum Thema Filmdreh.Dann wurden wir in zwei große Gruppen aufgeteilt, wobei sich eine mit dem Drehplan und die andere mit den Kameras und der Technik beschäftigte, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Als wir dann alle fertig waren, gingen wir nach einigen Gruppenfotos zur Bushaltestelle. War also doch nicht so schlimm, wie wir es gedacht haben.

Wir fuhren ins Rathaus und wurden dort freundlich mit Willkommensgetränken empfangen. Vertreter der Presse und von Radiosendern interviewten einige von uns. Alle anderen warteten geduldig. Allzu besonders sah der Raum nicht aus, doch der Grund, wieso wir dort waren war sehr besonders: Nach kurzer Zeit betrat der Oberbürgermeister Stefan Schostock nämlich den Raum und hieß die türkischen Austauschschüler mit einer Rede willkommen. Er berichtete von Dingen, die es in Hannover gibt, davon, dass es trotz der aktuellen politischen Lage diesen Austausch weiterhin geben und Politik keine Freundschaften zwischen Ländern zerstören sollte. Nachmittags trafen wir uns zu einer Stadtrallye wieder, in der wir unsere Lieblingsorte zeigten. Leider spielte das Wetter nicht mit, trotzdem hatten wir Spaß.

So schnell wie der Montag vorbeiging, kam auch der Dienstag. Wir trafen uns am Morgen beim Hauptbahnhof und fuhren mit dem Zug nach Bremen. Wir besuchten dort das Universum, was trotz der Altersgruppen, für die es eigentlich gedacht ist ganz lustig war, weil man dort viel Faszinierendes ausprobieren konnte. Den Abend ließen wir dann bei einer Halloween-Party ausklingen. Der Tag war für mich persönlich einer der lustigsten und besten in dieser Woche!

Am Mittwoch hieß es dann, den Wecker nicht zu verschlafen und noch früher Aufzugstehen, als am Montag, denn die Unterrichtshospitation stand an. Für uns ein ganz normaler Schultag, für unsere Austauschschüler dagegen etwas Spannendes und Neues. Was ihnen direkt auffiel, war, dass sie unsere Unterrichtsinhalte schon kannten. Dementsprechend konnten sie sprachlich gut folgen. Vieles war für sie aber trotzdem aufregend und neu. Weiter ging es dann Mittags in den Landtag. Es wurde ein Film über das politische System in Deutschland gezeigt. Anschließend ging es in den Plenarsaal, in dem die Landtagsabgeordnete Doris Schröder-Köpf ebenfalls von unserem politischen System und der Meinungsfreiheit in Deutschland erzählte. Allen wurde deutlich, wie wichtig diese Themen sind. Wir durften Fragen stellen (was wir rege taten!) und es wurde lange über die Bundestagswahl und die jeweiligen Parteien gesprochen. Wir waren die ersten Besucher im neuen Plenarsaal des umgebauten Landtags!

Der Donnerstag war dann wieder ein Ausflugstag, dieses Mal ging es nach Goslar zum Kulturerbe im Bergstollen Rammelsberg. Bei der 1,5 Stunden langen Führung wurde uns dann sehr viel über dieses Bergwerk erzählt und wie es mithilfe von Wasserkraft betrieben werden konnte.

It’s Friday, yay, yay! Nicht für uns, denn es war der letzte Tag zusammen. Die letzten Vorbereitungen für den Abschlussabend liefen in der Schule und im Medienzentrum, wo das die ganze Woche lang gefilmte Material zu einem Film geschnitten wurde. Abends trafen wir uns dann alle gemeinsam inklusive unsere Eltern wieder und veranstalteten ein gemeinsames Good-bye-Dinner. Die Filme wurden präsentiert. Es war echt krass noch einmal zu sehen, was wir in nur einer Woche erleben durften.

Überraschenderweise haben unsere Austauschschüler auch für uns etwas vorbereitet. Jeder nannte den Namen seines Austauschpartners und hielt einen Buchstaben hoch, aus denen sich zusammen der Satz ergab: „Please come to Istanbul“ (mit einem riesigen Herz). Die Lehrerin Frau Tugyan sagte dann auch einige Worte dazu und schloss ihre kleine Rede mit einem „Freundschaft kennt keine Grenzen“ ab. Dieser Satz prägte sich stark in meinem Kopf ein, da er einfach der Wahrheit entspricht. Nach diesem rührenden Moment ging es aber auch wieder mit lustigen Sachen weiter.

Am Samstag durften wir dann wieder selbst entscheiden, was wir unternehmen, und am Sonntag gab es dann noch ein letztes gemeinsames Frühstück.

Nachmittags ging es dann leider auch schon zum Flughafen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedeten wir uns voneinander und schworen uns, dass wir uns bald wiedersehen, denn Freundschaft kennt keine Grenzen!

Vielen Dank an Frau Loh, Frau Skubinn, Frau Fiden und Frau Tugyan, die uns diese tolle Woche ermöglicht haben!

„How lucky I am to have something that makes saying goodbye so hard.“ A. A. Milne

(von Diana Brayer, 9b)

 

 

 

 

 

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